Meldung:

07. Februar 2018

Es fehlt eine durchdachte Infrastruktur

Beim Stadtrundgang durch Eltville hat Bürgermeisterkandidat Rainer Scholl gemeinsam mit Jutta Gadamer von den Grünen und Andreas Panz von der Eltviller SPD die Eckpunkte des Bündnisses für die Eltviller Kernstadt vorgestellt und gemeinsame Ziele beschrieben.
Seitens des Magistrats waren Jutta Scholl, Andrea Panz und Helmut Fell anwesend und beantworteten die zahlreichen Fragen aus der Bevölkerung.

Der Rundgang begann passenderweise am Bahnhof und hier prasselten bereits die ersten Fragen auf die politischen Vertreter ein. Neben Barrierefreiheit und dem allgemein sehr heruntergekommenen Bild, waren die Stadtrundgänger schnell bei der Frage: Was passiert mit dem Areal hinter dem Güterbahnhof?

„Unser Bürgermeister vermeidet Antworten auf diese Frage“, so Scholl. „Das letzte was ich dazu in der Stadtverordnetenversammlung gehört habe war, dass er seit vier Jahren erfolgreich mit der Bahn verhandelt. Reden allein reicht aber nicht: Der Stadt entgehen Einnahmen, weil das Gelände ungenutzt ist und es keinerlei Erschließungskonzepte gibt. Handeln ist jetzt angesagt – auch in Richtung der Bahn.“ Scholl hat genau dieses Thema auf dem Zettel und verspricht hier Missstände nicht nur anzusprechen, sondern klare Forderungen sowie Zeit- und Maßnahmenpläne einzubringen. Gleich nach seiner Wahl, wie er leidenschaftlich zusichert.
Bauen und Bauleitplanung ist für das Bündnis aus FDP, SPD und Grünen entscheidend. Das beginnt bei klaren Konzepten zur Ansiedlung von Gewerbe, geht über bezahlbaren Wohnraum und endet bei einer ökologischen Bauleitplanung. „Die Stadt und insbesondere der Bürgermeister muss verhandeln und dabei Forderungen stellen und gegenüber Bauträgern auch durchsetzen – und nicht wie in der Vergangenheit abwarten und alles Vorgelegte mit der CDU-Mehrheit im Rücken durchwinken“, so Scholl. Beispiele dafür gibt es haufenweise: Sei es am ehemaligen Bauamt, bei den Staatsweingütern oder überhaupt bei der Frage: Wie kann Eltville aus städteplanerischer Sicht entwickelt werden. Die Schubladen sind leer – hier will das Bündnis „buntstattschwarz“ einen anderen Stil an den Tag legen.

Weitere Themen, auch aus der Bevölkerung waren Tourismus und Verkehr. Während Scholl die Touristinfo in der Burg als falsch ansieht, fordert die SPD ein besseres Nutzungskonzept für Eltvilles Kleinod. Die Grünen werben für andere Mobilitätskonzepte: Dazu gehören Carsharing und natürlich ein rheingauweites Konzept für E-Bikes. Niemand leiht sich ein Rad in Eltville und bringt es genau an diese Stelle auch zurück. Stattdessen muss es möglich sein, sich in Eltville ein E-Bike auszuleihen und es in Rüdesheim abzugeben. Solche Ideen sind beispielsweise in Mainz und Umgebung schon umgesetzt.
Ausdrücklich gelobt haben die Stadtspaziergänger das neu gestaltete Rheinufer und den geplanten Jugendpark der Kulturen. Beides sind hervorragende Projekte, die eine breite Unterstützung haben.

Angesprochen wurden die Magistratsmitglieder auch auf die mangelnde Sauberkeit, beispielsweise am Entenplatz, wo immer noch die Reste der Silvesternacht im Brunnen liegen und wohl ein Partygänger die Freitagnacht mit schwachem Magen beendet hat. Diese Schmuddelecken und die Frage nach öffentlichen Toiletten und zunehmendem Hundekot will man sich annehmen. Hier ist das Ordnungsamt gefragt. Andreas Panz warb hier jedoch für Verständnis: „Es geht bei der Personallage nicht alles – aber vielleicht muss man ja mal hinterfragen, ob hier nicht neue Stellen zu schaffen seien.“
Als Fazit ergab der Stadtrundgang, dass Eltville eine wunderbare Stadt ist – allerdings die Infrastruktur deutlich verbessert und ausgebaut werden muss. Dafür brauch es jedoch mehr Wille und Durchsetzungskraft.


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